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Die letzten 1,5 Jahre mit all den Maßnahmen wie Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen, Lockdown etc. haben Vieles in mir verändert. Es ist eine Zeit großer Veränderungen – im Außen wie im Innen, in meinem Denken und Handeln und besonders auch meinen Blick in die Welt und in die Gesellschaft betreffend. Die Geschehnisse rund um die ausgerufene Pandemie gehen nicht spurlos an mir vorbei. Und das ist gut so. Durch die Reibungspunkte, die die Maßnahmen und der Austausch darüber mit anderen Menschen bedingen, komme ich immer wieder an Themen, die ich seit vielen Jahren mit mir herumtrage und noch nicht aufgelöst habe.

Eines dieser Themen ist der Wunsch, mit meinen Gedanken, Gefühlen und Handlungen ernstgenommen zu werden. Ich möchte damit gesehen und angenommen sein, und ich denke, dass das der Wunsch eines jeden Menschen hier auf dieser Erde ist.

Ich würde mich als einen Menschen beschreiben, der Geschehnisse kritisch hinterfragt und nach Antworten und Lösungen für mich und mir nahestehende Menschen sucht. Oftmals ecke ich mit meiner kritischen Art bei anderen Menschen an. Kritische Fragen sind unbequem, doch ich halte sie für essentiell für die Entwicklung einer frei denkenden und lebenden Gemeinschaft von Menschen.

In einem Gespräch mit einem mir wichtigen Menschen fiel folgendes Zitat:

„Ich mache mir wegen Corona nicht so einen Kopf. Irgendwie berührt mich das gar nicht so. Ich empfinde das so, dass von allen Seiten nur Angst gemacht wird: die einen haben Angst davor, sich anzustecken, die nächsten haben Angst, dass der Ausnahmezustand, der längst keiner mehr ist, nicht mehr enden wird, und die „Corona Leugner“ haben Angst, von der Gesellschaft ausgeschlossen oder zwangsgeimpft zu werden. Der gesunde Menschenverstand scheint vielen abhanden gekommen zu sein.“

Diese Worte bilden sehr gut ab, was momentan die Gesellschaft in sehr gegensätzliche Gruppen spaltet. Ja, es wird von vielen Seiten Angst geschürt. Ich selbst beobachte diese Vorgänge und bin auch schon das eine und andere Mal von der Angst berührt worden. Für mich geht es in dieser Zeit meist darum, einen möglichst ausgewogenen Weg zwischen Vorsorge und Sorglosigkeit zu gehen. Nicht die Augen vor den Gefahren einer möglichen Entwicklung Richtung Eine-Welt-Regierung und Transhumanismus zu verschließen, mich davon aber auch nicht verrückt machen zu lassen.

Worum es mir in meinem Text heute jedoch in erster Linie geht, ist der letzte Satz des Zitats: „Der gesunde Menschenverstand scheint vielen abhanden gekommen zu sein.“

Dieser eine Satz hat mich besonders stark getroffen.

Was genau lässt mich in diesem Zusammenhang so fassungslos fühlen? Es fühlt sich an, als wäre mir damit gleichfalls der gesunde Menschenverstand abgesprochen worden. Ein sehr altes, ungelöstes Thema, das immer wieder an die Oberfläche kommt. Dahinter steht die Angst, als unglaubwürdig, Spinner, Simulant, Querulant, Aufwiegler, Unruhestifter etc. eingeordnet und daraufhin belächelt, angegriffen, verletzt und ausgegrenzt zu werden.

All die oben im Zitat genannten Ängste vor Ansteckung, Ausgrenzung, nicht enden sollenden Beschränkungen und Schikanen bis hin zu Zwangsmaßnahmen kann ich gut nachvollziehen. Sie sind mir vertraut, auch wenn sie inzwischen nicht mehr in größerem Maße meinen Alltag belasten.

All diese Ängste sind für die betroffenen Gruppen Realität und ihre Handlungen entspringen dem Verstand und Emotionen – also dem jeweiligen Gesamtgefüge an Erfahrungen und wahrgenommenen und interpretierten Eindrücken und Informationen.

Nun könnte man behaupten, dass diese Menschen (psychisch) gestört und krank sind, weil sie vor einer Realität, die der „Beurteilende“ als nicht-existent bzw. übertrieben betrachtet, Angst haben. Da kommt in mir automatisch die Frage auf: Wer in dieser Welt ist überhaupt noch gesund und kann frei von Angst Entscheidungen treffen?

Was zeichnet denn einen „gesunden“ Menschenverstand aus? Gibt es dazu eine eindeutige Definition? Wonach beurteilen wir, ob jemand (noch) über einen gesunden Menschenverstand verfügt?

Haben wir überhaupt das Recht, über andere Menschen zu urteilen? … sie in Schubladen zu stecken? Was wissen wir über sie? Über ihre Geschichte, ihre Erlebnisse, über die Art und Weise, welche Informationen sie wie interpretieren? Was wissen wir darüber, was für sie im Leben in dem Moment der Entscheidung und Handlung wichtig ist? …, welche Ziele und Hindernisse auf ihrem Weg liegen?

Und noch einen Punkt düren wir nicht außer Acht lassen: die zur Verfügung stehenden Informationen.

Welche Informationkanäle werden genutzt? Und wie deuten wir die jeweiligen Informationen?

Die Flut an Informationen hat bei mir schon des Öfteren dazu geführt, dass ich gar nichts mehr von all dem wissen wollte. Ich sagte mir dann, dass ich mir einfach meine eigene Realität so erschaffe, wie ich sie mir wünsche. Also, keine negative Energie mehr von außen! Und damit mich all die angstmachenden, spaltenden Informationen nicht beeinflussen, habe ich dort einfach nicht hingeschaut. Ganz nach dem Motto: Ich lenke meine Aufmerksamkeit nur noch auf das, was ich auch in meiner realen Welt erschaffen möchte. Das andere, „Böse“ ist damit dann einfach nicht da.

Das ist in etwa so wie ein kleines Kind, das sich die Hände vor das Gesicht hält und glaubt, dass es dann nicht gesehen wird. So einfach ist das Ganze jedoch nicht, denn da gibt es ja noch das Kollektiv der Menschheit. Ich kann zwar meine eigene Realität erschaffen, doch die des Kollektivs kann ich aus meiner Realität nicht fernhalten. Zumindest nicht, solange ich in Gemeinschaft auf dieser Erde leben möchte.

Es führt also kein Weg daran vorbei, mich möglichst vielseitig zu informieren, diese Informationen gleichsam ernstzunehmen und daraus dann Entscheidungen für mein Leben zu treffen. Und mit dem „gleichsam ernstnehmen“ sind wir wieder am Anfangspunkt meines Textes. Ich möchte in all meinen Belangen gesehen und ernstgenommen sein, genauso wie wohl alle Menschen auf dieser Erde.

Erst gestern ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen. Wie oft diskutieren mein Lebenspartner und ich über politische und gesellschaftliche Themen und ich fühle mich dabei am Ende nicht wirklich gesehen und verstanden?

Er begründet seine Argumente überwiegend mit seinem Wissen aus Schule, Studium, Lebenserfahrung und Mainstreammedien. Ich hingegen misstraue dem Wissen, das in Schule und Mainstreammedien gelehrt wird, seit mir in alternativen Kanälen andere, den Mainstreammedien widersprechende Informationen aufgefallen sind. Befeuert wird dieses Misstrauen von tiefverwurzelten Glaubenssätzen über die Unzuverlässigkeit und Unehrlichkeit von Autoritätspersonen und sogenannten „Machthabern“, gewachsen aus meinen eigenen Erfahrungen im engsten Familienkreis in Kindheit und Jugendzeit.

Immer wieder geht es also auch um Vertrauen und Akzeptanz. Darum, die eigenen Belange und die anderer Menschen ernstzunehmen, gleichwertig anzuerkennen und dabei zu helfen, Lösungen zu finden, auch wenn die Situation bzw. das Problem für einen selbst gar nicht als problematisch erscheint.

Wir alle sind Menschen, die ihren Weg durch das Leben gehen – individuell, einzigartig und manche erscheinen uns auch eigenartig. Diese Menschen gestalten ihr Leben auf ihre eigene Art. Das kann auf Menschen, die sich der Mehrheit anpassen und ihre Eigenarten nicht ausleben, zum Teil provokativ und anstößig wirken, doch auch faszinierend. Ich, für meinen Teil, möchte gerne mutiger sein und meine ganz eigene Art nach außen zeigen. Die kleinen Schritte, die ich bisher in diese Richtung gegangen bin, haben viel Positives in mein Leben gebracht. Jede Eigenart eines Menschen wirkt wie ein Mosaiksteinchen im Gesamtgefüge der Menschheit und hat damit ihren ganz besonderen Wert. Und ganz gleich, wie wir uns zeigen, ob angepasst oder eigenartig – wir alle sind in unserem Sein und Wirken wertvoll für die Gemeinschaft, in der wir leben.

Es ist höchste Zeit, die Mauern in unseren Köpfen und Herzen niederzureißen und uns einander die Hände zu reichen.

Fotoquelle: Christiane Walter

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