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In kleinen Schritten wage ich mich heraus aus meiner Komfortzone. Raus aus dem Vermeidungsverhalten.

Dieses Mal geht es darum, ein Bad zu nehmen bzw. zu duschen. Was für andere Menschen eine alltägliche und manchmal sogar entspannende Angelegenheit ist, bedeutet für mich Stress pur. Ich habe es tatsächlich fast 9 Monate vermieden und immer nur die wichtigsten Stellen am Körper gewaschen. Also nur die Stellen, an denen sich unangenehme Gerüche entwickeln.

Es fällt mir schwer, meinen Körper zu berühren und zu pflegen. Zum einen triggern Berührungen unangenehme Erinnerungen. Zum anderen haben einige Ichs Angst, dass ein sauberer und gesunder Körper attraktiv für Männer sein könnte.

Da ich/wir diesen Körper aber noch eine Weile brauchen, wäre es gut, wenn wir die tägliche Katzenwäsche in puncto Pflege ein wenig erweiterten. Zumal es sich einfach angenehmer anfühlt, wenn man frisch geduscht in den Tag startet oder nach einem entspannenden Bad schlafen geht.

Außerdem ist Sommer. Es ist sehr warm und Duschen wäre jetzt eine super Erfrischung“, meldet in mir ein Ich, das offenbar keine Angst vor Berührungen oder Männern hat.

Ok, denke ich. Ich will mich ja jetzt Herausforderungen stellen. Also los!

Das mit dem Wollen ist allerdings so eine Sache, wenn im Innen noch andere agieren und des Öfteren auch blockieren. Da geht der Wille schon mal in unterschiedliche Richtungen, sodass viele Entscheidungen und Aktionen intern erst geklärt und vorbereitet werden müssen.

Netterweise hat meine Hündin bei der Entscheidung geholfen, indem sie sich nach einem morgendlichen Sprung in den Schlamm in der Badewanne zuhause abduschen ließ. Für sie war es das erste Mal in dieser Wanne und wirklich toll fand sie es auch nicht.

Intern wurde daraufhin aus Solidarität die Freigabe für ein Menschenkörper-Bad am Abend gegeben. Ein Bad deshalb, weil ich es mir bei dieser Gelegenheit auch gleich möglichst schön machen wollte. Mit Lavendelöl und Basensalz. Das tut auch dem Körper gut und entspannt. Außerdem wollte ich mich – meine Gedanken, Gefühle, die anderen Ichs – während des Badens beobachten. Beim Duschen ist dafür zu viel Aktion und Ablenkung. Daher also einfach in die Wanne legen, entspannen und nach innen fühlen. So war mein Plan!

Das Ergebnis war allerdings, dass irgendwer in mir statt zu entspannen lieber wild mit einem Sisalhandschuh am Körper herumgeschrubbt hat, um die Hautschichten der letzten Monate abzutragen. Es ging also mehr ums Sauberwerden und weniger ums Hinfühlen. Gefühle habe ich dabei nämlich keine wahrgenommen. Einfach wegdissoziiert.

Seit diesem Bade-Erlebnis dusche ich nun auch wieder regelmäßig. Das ist zwar auch nicht einfacher als Baden und ebenso mit Dissoziieren verbunden, aber es ist zumindest ein Anfang und ein wichtiger Schritt in Richtung gesunder Körperpflege.

Alles, was in irgendeiner Form mit dem Körper zu tun hat (Ernährung, Pflege, Bewegung), habe ich über lange Zeit sehr vernachlässigt. Den Körper zu fühlen, war gefährlich, und er wurde wie ein Feind bekämpft.

Inzwischen kann ich das Fühlen nach innen größtenteils genießen und auch die Pflege von innen (gesunde Ernährung und regelmäßiges Entgiften) ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens geworden. Äußere Körperpflege und Bewegung in Form von Sport sind hingegen noch schwierig.

Im Laufe der letzten Jahre wurde immer mehr bewusst, dass ich selbst gut für mich sorgen muss, wenn es mir gut gehen soll.

Gut für mich sorgen heißt, die Bedürfnisse von Körper, Geist und Seele zu erkennen und diese auch zu erfüllen.

Vor einigen Jahren begann ich daher, verschiedene Informationen zu sammeln: über Ernährung und die Abläufe im Körper, über die Gesetze des Universums und über Möglichkeiten energetischer Reinigung und Heilung von Körper und Geist. Denn das, was ich bis dahin in meinem Leben gelernt hatte, schien mich eher krank zu machen und vom Leben wegzubringen.

Ich nutze nach Möglichkeit immer unterschiedliche Informationsquellen und prüfe sehr genau, ob ich den Darstellungen Glauben schenken kann. Erst wenn die Zusammenhänge für mich nachvollziehbar sind und sich stimmig anfühlen, fließen sie auch in mein Denken und Handeln ein.

Seit 2014 hat sich Vieles in meinem Leben zum Positiven verändert. Zunächst überwiegend auf der körperlichen Ebene und einige Zeit später auch auf der psychischen. Eigenverantwortung und Selbstfürsorge sind auch heute noch die treibenden Kräfte.

Selbstfürsorge bedeutet heute für mich, …

  • meinen Körper gesund und ausgewogen zu ernähren und genügend Wasser zu trinken;
  • den Körper zu reinigen und zu pflegen (von innen und von außen) und
  • ihn angemessen zu bewegen;
  • meine Gedanken zu beobachten und sie auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu prüfen und
  • meine Gefühle ernstzunehmen;
  • Körper und Geist ausreichend Ruhe zu gönnen, um zu regenerieren und in meine Mitte zu finden; mich in innerer Ruhe zu üben;
  • mich zurückzuziehen, wenn mir etwas zu viel wird;
  • Dinge zu tun, die mir Freude machen und
  • Nein zu sagen, wenn ich innerlich ein Nein fühle;
  • Hilfe anzunehmen, wenn ich etwas alleine nicht schaffe und
  • dankbar zu sein für alles, was mir im Leben begegnet.

In allen genannten Punkten steckt noch viel Arbeit für mich. Vieles ist mir zwar vom Verstand her klar, aber es fehlt die praktische Umsetzung im Alltag. Denn es gibt da ja noch die anderen Ichs, für die Vieles noch nicht klar ist; die weiterhin irgendwo in der Vergangenheit hängen und nicht freudestrahlend der Welt entgegen laufen.

Gefühlt stehe ich immer noch kurz hinter der Startlinie, obwohl ich im Geiste schon etliche Kilometer zurückgelegt habe. Im Vergleich zu der Zeit vor 2014 hat sich mein Leben jedoch gravierend verändert. Aus Vernachlässigung und Abwehr ist in vielen Bereichen Fürsorge und Hinwendung geworden.

Selbstfürsorge wird in der Regel mit positivem, wohltuendem Verhalten verbunden. Aber wo genau fängt Selbstfürsorge an?

Was ist, wenn ich in destruktiven Verhaltensweisen gefangen bin und keine anderen Strategien umsetzen kann? Sorge ich trotzdem gut für mich, indem ich wenigstens die Auswirkungen des destruktiven Verhaltens abmildere?

Ich würde sagen: Ja, solange ich damit Schlimmeres verhindere und den entstandenen Schaden anschließend durch ausgleichende Maßnahmen reduziere. Weil Selbstfürsorge auch etwas mit Selbsterhaltung zu tun hat. So richtete ich zwar viele Jahre lang Schaden in meinem Körper und Leben an, konnte aber trotzdem die Lebensgrundlage in ihrer Basis erhalten. Ein Dank an die Ichs in mir, die für Schaden begrenzende Maßnahmen gesorgt haben.

Ich habe mich jahrelang für dieses destruktive Verhalten geschämt und verurteilt. Heute sehe ich darin Lösungsstrategien, mit denen ich versucht habe, Bedürfnisse zu befriedigen – nach Zuwendung und sozialen Kontakten, Sicherheit und Entspannung.

Inzwischen geht es für mich nicht mehr nur um Selbsterhaltung. Jetzt geht es um Veränderung, Heilung und Wachstum. Und ich erkenne eine Verbindung zwischen Selbstfürsorge, Selbstachtung und Selbstliebe.

Mit Selbstliebe meine ich die Liebe zu sich selbst, die im Herzen entsteht und auch nur dort fühlbar ist.

Selbstfürsorge, Selbstachtung und Selbstliebe greifen nach meinem Verständnis ineinander. Denn wenn ich mich auf der Herz-Ebene selbst liebe, dann achte ich mich, meine Bedürfnisse und Grenzen und sorge möglichst gut für mich.

Und ich gehe sogar noch einen Schritt weiter. Auf diese Liebe zu mir selbst folgt automatisch auch die Liebe zu allem Leben. Die Liebe zur Erde, zu allen Pflanzen, allen Tieren und allen Menschen und auch zum Universum. In dieser Liebe fühle ich mich verbunden und getragen vom allgegenwärtigen (Bewusst-)Sein. Da gibt es keine Trennung mehr zwischen mir und allem anderen.

Bisher gab es in meinem Leben nur sehr wenige Momente, in denen ich diese Liebe und Verbundenheit in mir gespürt habe. Es ist mein größter Wunsch und auch mein Ziel, diese Ebene, die Herz-Ebene, in mir zu entdecken, zu fühlen, zu stärken und zu leben.

Ein großes Ziel, von dem ich noch Welten entfernt bin.

Momentan geht es für mich erst einmal darum, meinen Körper in seiner Gesamtheit annehmen und wertschätzen zu lernen.

Übungsort dafür ist vorerst noch die Badewanne.

Auch wenn Duschen und Baden aktuell noch überwiegend Pflichtprogramme sind, kann sich daraus durchaus ein entspannendes Ritual entwickeln.

Bei dem sich Liebe und Fürsorge die Hand reichen und sich verbinden.


Bild: Pixabay, StockSnap (https://pixabay.com/de/menschen-frau-bad-badewanne-2565558/)

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